BlackLine Studie zu ungenauen Finanzdaten

Mehr als die Hälfte der globalen Führungskräfte ist sich nicht sicher, ob sie ungenaue Finanzdaten vor dem Reporting identifizieren können

Frankfurt am Main, 20. Mai 2019 - Knapp 70 Prozent der globalen Führungskräfte und Finanzexperten gehen davon aus, dass ihr Unternehmen schon einmal eine wichtige Geschäftsentscheidung auf der Grundlage ungenauer Finanzdaten getroffen hat. Eine internationale BlackLine Umfrage unter C-Level Führungskräften und Finanzexperten hat ergeben, dass über die Hälfte (55 Prozent) der Befragten sich nicht sicher ist, ob sie Fehler in den Finanzen erkennen können, bevor sie die Ergebnisse melden.

BlackLine beauftragte das unabhängige globale Research-Unternehmen Censuswide mit einer weltweiten Befragung von über 1.100 C-Level Führungskräften und Finanzexperten großer und mittelständischer Unternehmen, um herauszufinden, wie groß deren Vertrauen in die eigenen Finanzdaten ist und wie sie die Auswirkungen von Fehlern auf das Geschäft einschätzen.

Die Befragung gibt nicht nur Hinweise auf eine Diskrepanz zwischen den Befragten der C-Level und den Finanzexperten hinsichtlich des Vertrauens in die Richtigkeit der Finanzdaten. Knapp sieben von zehn Befragten glauben, dass ihr Unternehmen schon einmal wichtige Geschäftsentscheidungen auf der Grundlage ungenauer Daten getroffen hat. Viele Befragte identifizierten das als ein verstecktes Problem, wobei mehr als ein Viertel (26 Prozent) seine Besorgnis über Fehler äußerte, von denen sie wussten, dass diese existieren, über die sie aber keine Transparenz haben.

Die BlackLine Umfrageergebnisse führen zu der Erkenntnis, dass ungenaue Finanzdaten sowohl intern wie auch extern negative Auswirkungen haben. Sie zeigen aber auch, dass viele Unternehmen nach wie vor durch das ständig wachsende Volumen der Datenquellen, veraltete Technologien und menschlichen Versagens stark gefordert werden.

“Es ist beunruhigend, dass so viele Unternehmen nicht darauf vertrauen können, Fehler rechtzeitig zu erkennen, um eine valide Berichterstattung zu gewährleisten”, sagt Mario Spanicciati, Chief Strategy Officer bei BlackLine. “Die verheerenden Skandale, die wir in den Nachrichten sehen, könnten nur die Spitze eines noch größeren Eisbergs finanzieller Ungenauigkeiten sein. Es scheint klar zu sein, dass nicht nur bei der Berichterstattung Fehler weit verbreitet sind, sondern dass viele dieser Ungenauigkeiten unter der Oberfläche verborgen bleiben. Es gibt keine Ausrede mehr, nicht den vollen Überblick über genaue Zahlen zu haben, mit denen Unternehmen berichten und ihre Geschäfte vorantreiben.”

Wichtige Umfrageergebnisse

C-Level setzt falsches Vertrauen in Zahlen

  • Obwohl mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten immer noch behaupten, der Genauigkeit ihrer eigenen Finanzdaten voll und ganz zu vertrauen, gibt es eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Ansichten des C-Levels und denen der Finanzexperten.
  • Während 71 Prozent der Befragten aus dem C-Level angaben, der Genauigkeit ihrer Finanzdaten vollends zu vertrauen, gaben das nur 38 Prozent der Finanzexperten an.

Geschäfte zahlreicher Unternehmen basieren auf ungenaue Finanzdaten

  • Fast sieben von zehn (69 Prozent) Befragten glauben, dass entweder sie selbst oder ihr CEO bereits eine wichtige Geschäftsentscheidung auf Grundlage veralteter oder falscher Finanzdaten getroffen hat.
  • 36 Prozent geben an, dass dies definitiv schon in ihrem Unternehmen geschehen ist.

Mangelndes Vertrauen in die Fähigkeit, Fehler zu identifizieren und präzise Reportings zu liefern

  • Etwa zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten gaben an, schon in einem Unternehmen gearbeitet haben, das seine Gewinne aufgrund nicht rechtzeitig erkannter ungenauer Finanzdaten, noch einmal anpassen musste.
  • Nur 17 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass das CFO- und das Finanzteam alle Fehler identifiziert und eine valides Reporting gewährleistet ist.
  • Menschliches Versagen (41 Prozent), mehrere Datenquellen (40 Prozent), einen Mangel an automatisierten Kontrollen (28 Prozent) sowie schwerfälligeTechnologien (28 Prozent) wurden als Gründe für mangelndes Vertrauen genannt.

Kostenfalle versteckte Ungenauigkeiten

  • Fast alle (96 Prozent) Befragten auf C-Level waren sich einig, dass es negative Auswirkungen hat, wenn unpräzise Finanzdaten nicht vor dem Reporting diagnostiziert werden.
  • Zu diesen negativen Auswirkungen gehören erhebliche Reputationsschäden (42 Prozent), Auswirkungen auf die Investitionssicherheit (41 Prozent) und eine steigende Verschuldung (40 Prozent); etwa ein Drittel (32 Prozent) befürchtet sogar Bußgelder und Gefängnisstrafen.
  • Viele große Unternehmen müssen ständig Korrekturen in ihren Konten vornehmen - in fast einem Viertel (22 Prozent) der Fälle gaben die Vertreter der C-Level an, dass es bis zu 10 Tage pro Monat dauert, Fehler zu identifizieren und Anpassungen vorzunehmen; schlimmstenfalls werden bis zu 114 Tage pro Jahr verschwendet.

Akzeptanz von Ungenauigkeiten ist trotz des Drucks „Genauigkeitslücken“ zu schließen, beunruhigend groß

  • 39 Prozent gaben an, dass die Fehlerakzeptanz bei den Konten in unserer heutigen, technologiegetriebenen Welt abnimmt.
  • Trotzdem gaben 65 Prozent an, dass ihr Unternehmen Buchungsfehler im Volumen von 2 Milliarden Dollar als unwesentlich einordnet und beim Jahresabschluss nicht ausweisen würden.

Die Studie legt den Schluss nahe, dass CEOs ihre geschäftlichen Entscheidungen auf Basis von Zahlen treffen, denen sie vertrauen, wohingegen die Personen, die diese Statements und Reportings vorbereiten, diesen nicht vertrauen. Das indiziert ein erhöhtes und unnötiges Risiko für viele Unternehmen.

Die Auswirkungen dieser Ergebnisse sind potenziell schwerwiegend. Dazu gehören nicht nur die finanziell negativen Auswirkungen strategischer Entscheidungen, die auf ungenauen Zahlen beruhen, sondern auch die Konsequenzen, die die Nichteinhaltung von Regeln in einer immer stärker regulierten, globalen Geschäftswelt. Dazu Spanicciati: “Wenn nicht bald erkannt wird, dass diese Situation ein inakzeptables und unnötiges Risiko darstellt, müssen wir uns auf noch mehr und weitreichendere Falschmeldungen hinsichtlich Finanzdaten gefasst machen. Die Geschäftsführer und Unternehmensleiter sind dafür verantwortlich, dass vorhandene Technologien und Prozesse genutzt werden, um eine kontinuierliche Transparenz und Validität der Zahlen zu gewährleisten. In einer Zeit, in der moderne Lösungen für ein automatisches Controlling für mehr Präzision zur Verfügung stehen, gibt es keine Ausrede mehr für die herrschenden Missstände.“

Details zur Durchführung der Studie unter diesem Link.

Anmerkung für die Redaktionen:

Die Studie wurde von Censuswide mit 579 C-level und 575 Finanzexperten in sieben Märkten (Großbritannien, USA, Frankreich, Deutschland, Australien, Hongkong und Singapur) deren folgenden Mindestumsatz hatten, durchgeführt.

  • UK: 50 Mio.GBP
  • France: 50 Mio. EURO
  • Germany: 50 Mio. EURO
  • Singapore: 20 Mio. SGD
  • Hong Kong: 140 Mio. HKD
  • USA: 150 Mio. USD
  • Australia: 20 Mio. AUD

Die Untersuchung wurde zwischen dem 15. August und 12. September 2018 durchgeführt.

Medienkontakt:

Ashley Dyer

Sr. Public Relations Manager

P. 818.936.7166
E: ashley dot dyer at blackline dot com


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